Der freie Wind

February 27, 2018

 

Ich sause dahin und kenne kein Ziel. 

Ich brause und rausche

Und Flüster im Spiel -

Mit den Blättern, dem Sand, den ich bausche.

 

Ich erklimme die Berge und bewege das Meer,

Das sich wogend ergießt,

Auf das Leben umher

Und das Boot mit den Flaggen gehisst.

 

Brausend verschlucke ich euer Geschrei

Auf Deck und darunter:

Bald seid ihr frei,

Versprech ich flüsternd, treib es noch bunter.

 

Die Wellen die kommen - die Wellen die gehn

Bedecken das Boot

Lassen ein Unglück erstehn

Im leuchtend verblassenden Abend so rot.

 

Die Stille die folgt ist mit euch gesunken

Das Meer schäumt auf

Und vor Lebensdurst trunken

Fliegt ein Schwarm Möwen kreischend hinauf.

 

Die helle Seite vom steigenden Mond

Sendet silbernes Licht

Ich heb mich gewohnt

durchbreche wild wirbelnd und brüllend die Gischt.

 

Dann steig ich hinauf in die glasklare Luft

Flieg mit den Vögeln aufs Land

Ohne zu fragen wer ruft

Streif ich am Ufer getriebenen Sand.

 

Ich kitzel die Menschen und trockne das Meer

Dessen nasse Spritzer

Auf einem Leibermeer

Leuchten wie flüssiges Glitzer.

 

Lachendes Rufen und suchendes Schrei´n:

Durchdringt nicht mein Rauschen!

Ich fange euch ein.

Erhebe mich höher, will nicht mit euch tauschen.

 

Die Bäume, sie neigen sich ehrfurchtsvoll

Vor meiner Kraft ohne Ziel,

Als wäre ich toll

Doch ich bin - atme - folge dem Spiel.

 

Ich könnte auch zweifeln - doch warum soll ich fragen,

Nach dem Sinn im Leben?

Ich würde verzagen -

Denn im Sein liegt der Sinn nicht im Streben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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