Frauen in der Musikerwelt

December 3, 2017

Gestern war ich auf dem „Puls Indoor Festival“ in München. Kurz vor dem gestrigen Tag wurde auf der Facebook Seite des Festivals eine Veranstaltung „Für mehr Pussys im Pop“ hinzugefügt. Die Podiumsdiskussion wurde eine Stunde vor dem eigentlichen Festival angesetzt und behandelte – wie man sich denken kann – das Thema Frauen im Music Business. Der Titel der Veranstaltung ist an sich schon Thema zur Diskussion, wie ich im Kreis von Freundinnen festgestellt habe. Doch ich fand, klingt interessant und hockte mich vorne ins spärlich besetzte Publikum.

Auf dem Podium saßen ausschließlich Frauen die im Musikbereich tätig sind –

als Musikerinnen oder auch im Managementsektor.

Außerdem eine Moderatorin vom Puls. Für den Titel, der doch sehr provokant war, bot die Diskussion zwar wichtige Themen, war gut, doch leider etwas flach gehalten. Aber was mir wirklich auffiel, war der Umstand, dass die Übertragung in Bild und Ton ausschließlich durch Männer erfolgte. Eine Frage wurde gestellt, gegen Ende der Veranstaltung:

Die Moderatorin wollte von den Frauen auf dem Podium wissen, was sich verändern würde,

wenn eine fünfzig Prozent Quote von Frauen im Musiksektor zur Realität würde.

Verschiedene Meinungen wurden erläutert und zum Schluss sagte eine Musikerin, die Quote sollte nicht nur in der Spitze der Musikerwelt – sprich Künstlerinnen, Managerinnen oder Führungspositionen – umgesetzt werden, sondern auch an der Basis Standard werden. Sie wünschte sich, dass eben auch öfter Männer als Assistenten, Praktikanten oder Ähnliches engagiert würden. Zu fünfzig Prozent. Und ich sehe mich um. Sehe die Fotografen vom Bayerischen Rundfunk. Sehe die Kameraleute und die einzige Frau die ich bei all den Männern sehe, ist vermutlich Praktikantin und hält ein Kabel hinter einem Kameramann. Und auch wenn heute, Ende 2017 noch traurige Wahrheit ist, dass Frauen auch in diesem Bereich schwach vertreten sind, denke ich doch gleichzeitig, dass die Glaubwürdigkeit einer Veranstaltung wie „Für mehr Pussy im Pop“ erst dann gegeben ist, wenn die Penisse die Kameras für den einen Tag abgegeben hätten. Zur Abwechlsung könnten sie ja Ständer für die Kabel sein.

Puls, denkt mal drüber nach.

 

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